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Muslimischen
Geschichtsschreibern zufolge wurde das Kastell nach ihrem Gründer
Muhriz ibn Akkar genannt, dessen Familie die Burg bis 1019 in Besitz
hatte. Nachdem es erst den ägyptischen Fatimiden im 10. Jh.
und dann den turkmenischen Seldschuken im 11. Jh. gelang, Akkar
einzunehmen, wurde die Burg nach der Eroberung von Tripolis durch
die Kreuzritter 1109 vertraglich den Invasoren aus Europa überlassen.
Der zengidische Sultan Nour ad-Din (1146-74) bemächtigte sich
vorübergehend der Festung, verlor sie allerdings 1170 wieder
an die Kreuzritter. Der in jener Zeit das Königreich Jerusalem
regierende Amaury übergab sie daraufhin dem Johanniterorden.
Es ist nicht bekannt, wie lange der Orden die Burg in seinem Besitz
hatte. Aus den Quellen erfahren wir lediglich, dass sie kurzfristig
Eigentum der Lehnsherren von Nephin, heute Enfe, war, die sie 1202
an den Grafen von Tripolis abtreten mussten. Vor allem wegen der
strategischen Lage war Akkar im Laufe der Jahrhunderte stets umkämpft,
konnte man doch von hier aus die Achse Homs-Baalbek kontrollieren
und Überraschungsangriffe der Gegner jederzeit vereiteln bzw.
ihnen zuvorkommen. Diese Vorteile bewogen letztendlich auch Sultan
Baibars dazu, nach der Eroberung des Krak des Chevaliers (heute
in Syrien) 1271 auszuziehen, um Akkar einzunehmen. Nach einer langen
Belagerung und einem harten Kampf gelang es ihm schließlich,
die Besatzung zur Kapitulation zu zwingen. In osmanischer Zeit wurde
die Burg von den Emiren von Bait Safa verwaltet, bis der Drusenemir
Fakhr ad-Din im 17. Jh. das Kastell erobern, zerstören und
die Steine in die Chouf-Berge transportieren ließ.
Die Burg erstreckt sich auf einem ca. 150 m langen, nordsüdlich
ausgerichteten Gebirgsvorsprung, der im Osten und Westen durch zwei
tiefe Schluchten abgeschnitten wird. Im Süden trennt ein künstlicher
Einschnitt den Burghügel vom Bergmassiv. Auf einem kleinen
Pfad erreichen wir vom Nordende den heutigen Eingang in die Burg,
der einst im Osten lag.
Ein rechteckiger Turm am Südende und vier Seitentürme,
drei im Osten und einer im Westen, die durch Wälle mit Schießscharten
miteinander verbunden waren, dienten zur Verteidigung der Burg.
Im Nordosten der Festung ist ein großer Teil dieses Walls
erhalten. Vor allem der Südturm mit seinem überwölbten
Raum gibt uns einen Eindruck von der Innenarchitektur der inzwischen
zerstörten Wehrtürme. Die unterschiedlichen Bausteine
zeigen, dass dieser im Laufe der Eroberungen immer wieder neu aufgebaut
wurde. Hier haben sich an der Süd- und Ostfassade Löwenreliefs
mit Wappen erhalten, die aus der Zeit des mamelukischen Sultans
Baibars stammen. Von dem Raum geht rechtwinklig ein Gang ab, der
zu einer überwölbten Treppe führt, die auf der Turmspitze
endet. Von hier aus haben Sie einen wunderschönen Blick auf
das ganze Kastell und die gesamte Umgebung. Bei klarer Sicht können
Sie von hier aus bis zu den Gipfeln des Jabal Akkar sehen; auch
das Tal des Nahr al-Kabir und Safita sowie das Krak des Chevaliers
erheben sich imposant auf den Spitzen der Berge in Syrien. An dieser
Stelle können wir am besten nachvollziehen, weswegen diese
Festung stets umkämpft war. Von hier aus konnte man die gesamte
Umgebung kontrollieren, zudem hatte man Sichtverbindungen mit den
anderen Burgen, so dass man im Falle einer Gefahr jederzeit durch
Lichtsignale um Hilfe bitten bzw. die Verbündeten warnen konnte.
Ansonsten ist nur noch wenig erhalten. Zwar erkennt man noch die
Umrisse der Ober- und Unterburg, und im oberen Teil die ehemalige
Zisterne, aber der Großteil des Mauerwerks ist im Laufe der
letzten Jahrhunderte eingestürzt. Nur noch stark zerstörte
Stützmauern erinnern heute an die einstige Funktion jenes Abschnittes.
Quellenangabe:
©
Reise Know How "Libanon, Seiten 278, 279" - siehe Beschreibung
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