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Aus
dem Altsyrischen abgeleitet, bedeutet Qozhaya "Schatz des Lebens". Dieser
"Schatz" ist Christus selbst, den die Mönche fanden, als sie die
irdischen Güter aufgaben und als Besitzlose sich dem Gebet hingaben, und
das "Leben" ist der Reichtum an Wasser in diesem Tal, das eine majestätische
und fruchtbare Natur beseelt. Der Ursprung des Klosters des HI. Antonius Qozhaya
(des Konvents des HI. Antonius) geht zurück bis in das 5.Jhdt., als sich
in diesem Gebiet das Klosterleben entwickelte und ausbreitete. Der Konvent,
der ein Musterbeispiel einer religiösen Gemeinschaft war, war der erste,
der, einigen Historikern zufolge, um 1585 eine Druckerpresse installierte. Der
erste gedruckte Text war das Buch der Psalmen, das 1610 erschien und sich im Besitz
der Bibliothek der Universität St. Esprit Kaslik befindet. In der Folgezeit
wurden andere liturgische und religiöse Bücher in Qozhaya gedruckt.
Die Klosterkirche ist das gemeinsame Werk von Natur und Mensch. Sie ist eine in
den Felsen geschnittene Grotte. Ihr rosiger Stein ist eingetaucht in Blei und
nicht in Kreide. Im oberen Teil steht eine Reihe von Arkaden auf einem Dutzend
rosenfarbenen Sockeln, die wiederum auf Kupfergestellen ruhen. Ihre Fassade mit
kleinen Säulen, ihre maurische Pforte und ihr dreifaches Glockentürmchen
heben sich kaum vom Felsenhintergrund ab. Die Zellen, die wie Wespennester
an der Felsenwand zu kleben scheinen, boten einst den ersten Einsiedlern, den
gottestrunkenen Männern, Schutz. Die Grotte des HI. Antonius heißt
örtlich allgemein die "Grotte der Verrückten". Hier wurden
die Wahnsinnigen, die Besessenen und die von bösen Geistern Befallenen gefangen
gehalten und der Wachsamkeit des HI. Antonius überantwortet. Die Ketten,
mit denen sie an den Felsen angekettet waren, kann man heute nur mit Furcht und
Unruhe betrachten. Heute, an der Schwelle des 3.Jahrtausends lebt Einsiedler,
ein Priester, Pater Antonius Chayna, Doktor der Theologie, hier in einer Zelle
und führt so eine strenge klösterliche Tradition der Kasteiung, des
Gebetes und der absoluten Hingabe an Gott fort. Quellenangabe:
©
"Die christlichen Stätten im Libanon" Broschüre des Libanesischen
Ministerium für Tourismus |