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Laufe seiner Geschichte hat das Christentum immer wieder seine Gestalt, Inhalte
und Auffassungen entsprechend den geistigen Strömungen und politischen Verhältnisse
der Zeit verändert. Während anfangs der innerchristlichen Streitigkeiten
lediglich zu innenpolitischen und sozialen Spannungen führten, spaltete sich
die Kirche in der Folge in zahlreiche Untergruppen auf. Auf dem ersten bedeutenden
Konzil, dem Konzil von Nicaea 325, verkündete der Kaiser ein Glaubensbekenntnis,
das für alle Christen im Reich als orthodox (rechtgläubig) und katholisch
(allgemeingültig) zu betrachten war: das apostolisch-nicäische Christentum
wurde zur katholischen Staatsreligion! Der Hauptstreit in der Kirche wurde dadurch
nicht beigelegt. Es ging um die Natur Christi. So war das Christentum im Vorderen
Orient von Anfang an von unterschiedlichem philosophisch-religiösem Gedankengut
durchdrungen und ließ sich nicht in ein von Konstantinopel aufgezwungenes
Schema pressen. Christen und Mönche waren Anhänger des Monophysitentums.
Die Lehre von der einen, reinen göttlichen Natur Christi entsprach dem traditionellen
religiösen Empfinden mehr als die orthodoxen Vorstellungen, dass Christus
wahrer Gott und Mensch in einer Person sei. Schließlich führte dieser
Streit zur ersten Spaltung. Als auf dem Konzil von Chalkedon 451 Christus in zwei
Naturen unvermischt, unverwandelt und ungetrennt anerkannt wurde, trennte sich
die ägyptische Kirche (Kopten), die Westsyrer (Jakobiten) und Armenische
von der byzantischen Reichskirche, den Melkiten (Kaiserlichen). Im Jahr 1054 entzweite
sich das abendliche und das morgenländische Christentum endgültig voneinander.
Quellenangabe: ©
Reise Know How "Libanon, Seiten 129, 130" - siehe Beschreibung |