Afqa-Grotte

Anfahrt

Von Beirut Ri. Jbeil (Byblos). Zwischen Jounie und Byblos die Abfahrt Qartaba nehmen. Weiter Qartaba – Mughaira – Afqa
ca. 65 km / 1 1/2 Std. Fahrtzeit
Öffnungszeiten:
Eintritt

Information

Die Grotte von Afqa mit der Quelle des Nahr Ibrahim. Pythagoras (um 570 bis etwa 510 v. Chr.) wurde hier getauft. Gleichzeitig rankt sich der Adonis-Mythos um diesen Ort. Eine Version besagt, dass der Streit zwischen den Göttinnen Aphrodite und Persephone um Adonis den Jüngling das Leben kostete. Sein Blut färbte das Wasser rot. Diese Geschichte ließ bereits vor über 3.000 Jahren Tausende von Gläubigen zur Grotte pilgern. Etwas rationalere Betrachter führen die Rotfärbung des Wassers darauf zurück, dass zu Beginn der Regenzeit die eisenhaltige Erde aus den Bergen in den Fluss gespült wird. Kein Wunder, dass in der Antike sagenhafte Vorstellungen in diesem gewaltigen Naturschauspiel einen idealen Rahmen fanden! Bei niedrigem Wasserstand im Sommer und Herbst kann die riesige Höhle betreten werden – der Wasserfall ist nur nach der Schneeschmelze zu sehen.

Afqa-Grotte Mitte April

Gegenüber der Grotte erstrecken sich die Ruinen eines römischen Tempels, dessen Grundriss nicht mehr genau zu erkennen ist. Geweiht der Aphrodite/Venus, wurde er von Konstantin im 4. Jhdt. zerstört und später teilweise wieder aufgebaut. Im Unterbau liegt ein Eingang in einen Tunnel, durch den einst das Wasser in ein Becken floss, in den die Gläubigen ihre Opfergaben warfen. Heute ist es aufgrund eingestürzter Felsbrocken kaum zu erkennen.

Zwei Rituale aus jener Zeit haben sich erhalten. Zum einen stellen die Libanesen Öllampen in der Grotte zu Ehren der Frau, die hier umgeht, auf: Einheimische sehen in dieser mysteriösen Frau Zahra, die Nachfolgerin der Aphrodite/Venus. Und zum anderen hängen die Menschen an den Ästen des in der Nähe stehenden alten Feigenbaumes die Kleidungsstücke Kranker auf, in der Hoffnung auf deren Genesung.