| Eine
Stadt mit rund einer Million Einwohnern strahlt Lebensbejahung und Energie aus,
was jedem Besucher sofort bewußt wird. Diese Dynamik wird von der geographischen
Lage der Stadt gefördert: ein weites Vorgebirge greift mit seiner Spitze
ins blaue Meer hinein, und hinter ihr ragen eindrucksvoll die im Winterhalbjahr
schneebedeckten Berge auf, eine dramatische Kulisse, deren Faszination man sich
kaum entziehen kann. Beirut war von 1975 bis 1990 Kriegsschauplatz
und erlitt vor allem, in seinem zentralen Teil verheerende Zerstörung. Der
eindrucksvolle Wille, die Stadt wieder aufzubauen und ihrer geschichtlichen Rolle
zurückzugeben, rechtfertigt das stolze Wort "Beirut war tausendmal tot
und wurde tausendmal wiedergeboren." Beirut lebt im Wiederaufbau, um eine
Stadt zu schaffen, die wieder Handels- und Wirtschaftsmetropole ist, die dem 21.
Jahrhundert gerecht wird und in der es sich lohnt zu leben. Handel zu treiben,
ist den Beirutern zur zweiten Natur geworden, nachdem sie schon lange entdeckt
haben, dass die Lage ihrer Hafenstadt am Ost- West-Kreuzweg für Handel und
Geschäft geradezu ideal ist. Der freie Währungsaustausch begünstigt
Handel, Bankwesen, Aufbau, Import-Export und die Dienstleistungsindustrie.
Die libanesische Hauptstadt erfreut sich einer lebhaften
Presse. Die in arabischer, englischer, französischer,
und armenischer Sprache erscheint. Fünf Universitäten und viele andere
akademische Institutionen tragen wesentlich zum geistigen und kulturellen Leben
bei. Die blühende Kultszene, einschließlich Theater, Filmemachen, Musik
und bildende Künste, unterstreicht, dass Beirut eine Stadt in Bewegung ist,
eine Stadt, die der Gegenwart und der Zukunft zugewandt ist. Beiruts verschiedene
Vorzüge lassen es als den geeignetsten Ort für internationale, regionale
oder lokale Konferenzen und Tagungen erscheinen. Der
Hafen von Beirut, der größte im östlichen
Mittelmeer, erlaubt mehrere Fracht- und Passagierschiffe gleichzeitig abzufertigen.
Eine weitergehende Modernisierung der sehr in Anspruch genommenen Hafeneinrichtungen
wird im Rahmen des allgemeinen Wiederaufbauplans verwirklicht. Beiruts
Internationaler Flughafen dient neben der nationalen Fluglinie Middle
East Airlines zahlreichen internationalen Fluggesellschaften. Die notwendige Erweiterung
und Modernisierung, die vor allem der deutschen Firma Hochtief anvertraut / war
ist, ist nun Anfang 2001 fertig gestellt worden und dient allerhöchsten Sicherheits-
und Flughafenstandards. Es können jährlich bis zu 6 Mio. Passagiere
abgefertigt werden. Geschichte:
Die
Anfänge der Besiedlung reichen ca. 5000 Jahre zurück. Der Name erscheint
erstmals in Keilschrifttexten des 14. Jhdt. v. Chr. Im 1.Jahrhundert v. Chr. wurde
es als "Berytus" römische Kolonie und erhielt später eine
berühmte römische Rechtsschule, die bis in die byzantinische Epoche
hinein bestand. Aber eine dreifache Katastrophe Erdbeben, Flutwelle und
Feuersbrunst - bereitete 551 n. Chr. der Macht und dem Ruhm von Berytus ein Ende.
Im Jahrhundert darauf eroberten die arabisch-islamischen Truppen die Stadt, die
1110 in die Hände der Kreuzritter geriet. 1291 waren es die Mameluken, die
sich der Stadt bemächtigten, denen von 1516 bis zum Ende des 1. Weltkrieges
vierhundert .Jahre lang die Osmanen folgten. Am Ende des französischen Mandats
erhielt Libanon 1943 die Unabhängigkeit. Trotz der Jahrtausende, auf
die Beirut zurückblicken kann, blieben die archäologischen Entdeckungen
auf verhältnismäßig wenige und zufällige Ausgrabungen beschränkt.
Jedoch das Ende des Krieges (1975-1990) ergab ab 1991 die Möglichkeit zu
umfassenderer, wissenschaftlicher Erforschung. Unter der zerstörten Innenstadt
liegen die Ruinen Beiruts aus der Zeit der Osmanen, Mameluken, Kreuzfahrer, Abbaassiden,
Umayyaden, Byzantiner, Römer, Griechen, Perser, Phönizier und Kanaanäer.
Seit 1993 haben sich die Archäologen, die zuständigen Behörden
und die Wiederaufbaufirmen auf eine entsprechende Zusammenarbeit geeinigt. Das
ermöglicht weitergehende Ausgrabungen als ursprünglich gedacht und eine
Integrierung des antiken Beiruts in das im Entstehen begriffene moderne Beirut.
Ausländische und libanesische Wissenschaftler haben in erfolgreicher Zusammenarbeit
Grabungen durchgeführt, bei denen bedeutende Funde wesentliche Aufschlüsse
über Beiruts bemerkenswerte Geschichte erlauben. Das Projekt sieht vor,
auf einer Fläche von 1,8 Millionen Quadratmetern die Beiruter Innenstadt
neu aufzubauen und dabei auch genügend Platz für Hotels, Büroraum
und Wohngebiete zu schaffen. Die mit der Durchführung beauftragte private
Gesellschaft Solidere plant eine moderne Infrastruktur mit Straßen, öffentlichen
Einrichtungen und Plätzen sowie Hafenanlagen. Mehr als eine halbe Million
Kubikmeter Schutt schaffen den Raum für zwei Yachthäfen, eine Seeuferpromenade
und einen größeren Park. Kulturelles
Leben Die
Museen und zahlreichen Kunstgalerien, eine beachtliche Zahl von Theatern, viele
Kinos, darunter einige mit aktuellstem, internationalem Filmprogramm, ein beachtliches
Konzertleben, die Universitäten und die ausländischen Kulturinstitute
sowie religiöse und andere weltliche Institutionen und Vereinigungen machen
Beirut zum Schauplatz eines lebhaften kulturellen Lebens, das auf dem besten Wege
ist, Besucher aus aller Welt mit seiner Lebendigkeit, Qualität und Vielfalt
zu beeindrucken. Die unübersehbare Präsenz der jungen Generation Kulturszene
und im sozialen Leben stimmt sehr hoffnungsvoll. Auch das Beiruter Nationalmuseum
ist unbedingt ein Besuch wert! Essen
und Trinken Viele
der Restaurants spezialisieren sich auf die libanesische Küche, die für
ihre Reichhaltigkeit und Qualität berühmt ist und durch hervorragenden
Wein und Arrak bestens abgerundet wird. Auch die internationalen Restaurants in
Beirut können sich mit Angebot, Qualität und Atmosphäre sehen lassen.
Das sehr rege Nachtleben in Beirut mit Discotheken, Nachtclubs, dinner-dancing
und vieles mehr, kann sich sehen lassen. Öffentliche
Bäder Die
letzten öffentlichen Bäder aus dem alten Beirut, die Bäder
Al Nouzha im Stadtteil Basta Tachta, verfügen über Sauna,
Caldarium (Heißwasserbad) und Massageräume. Hier ist noch ein Hauch
vom alten Beirut zu spüren. Öffnungszeiten: für Frauen: Montag
vormittags; für Männer: an den anderen Wochentagen.
Sport
Jeden Sonntag
finden im Hippodrom die äußerst beliebten Pferderennen statt. Der Golf
Club von Beirut steht ausländischen Besuchern mit seinem 9-LochPlatz
offen. Die zahlreichen Bäder, Strandclubs und die hoteleigenen
Strände bieten reichliche Möglichkeiten zum Schwimmen.
Bummeln,
Spazieren gehen.
Die
"Corniche", die beim Hotel Carlton, im Stadtteil Rausche beginnende
Uferregion, reicht bis in die des Hotel und Yachtclubs St. George im Stadtteil
Ain em -Mraisse. Der Spaziergang auf dieser Küstenstraße mit ihrem
vielfältigen bunten Leben ist ein unverzichtbarer Teil eines Beirutaufenthalts,
und ein Bummel über die vor dem libanesischen Krieg berühmte Hamra,
die auf dem besten Weg zu früherem Glanz ist, sollte sich unbedingt anschließen.
Für den Goldkauf lohnt sich das armenische Viertel Bourij Hammoud!
Quellenangabe:
©
"Libanon - Beirut" Broschüre des Libanesischen Ministerium für
Tourismus |