Banner Orte, Saida www.libanon-info.de
Libanon-Info    Land & Leute    Kultur    Geschichte    Religionen    Politik    Wirtschaft    Reiseinfos    Nützliches    Aktuelles

  pfeilweissOrte
trans
  <img src="all/menupfeilgrau.gif" width="15" height="8" name="pfeilgrau">Natur
  <img src="all/menupfeilgrau.gif" width="15" height="8" name="pfeilgrau">Menschen

Orte/ Städte
Saida
    » Übersicht
    » Information
    » Video 01
    » Video 02
    » Fotos 02-06
    » Fotos 07-11
    » Fotos 12-16
    » Fotos 17-22


 pfeilorangeBaalbek
 pfeilorangeBeirut
 pfeilorangeBscharre 
 pfeilorangeByblos
 pfeilorangeDeir al Qamar
 pfeilorangeDouma
 pfeilorangeJezzine
 pfeilorangeJounie
 pfeilorangeNabatiye
 pfeilorangeTripoli
 pfeilorangeTyros
 pfeilorangeYammoune
 pfeilorangeZahle
 



Beschreibung 

Saida (= Sidon, phönizisch: Saidoon), zählt zu den berühmten Namen des Altertums.
Aber von allen libanesischen Städten ist es die geheimnisvollste, denn die Schätze und Zeugen seiner Vergangenheit sind in tragischem Ausmaße geplündert und verstreut worden. Im 19. und beginnenden 20.Jhdt. haben Schatzsucher und Amateurarchäologen wertvolle Fundgegenstände entführt, von denen einige jetzt in ausländischen Museen zu sehen sind.
Auch bis in unsere Tage tauchen Gegenstände des alten Saida bei den internationalen Antiquitätenmessen auf. Weitere Schätze liegen noch im Boden und warten auf systematische Ausgrabungen, die angesichts der städtebaulichen Entwicklung immer schwieriger werden dürften. Der Besucher von heute ist aufgefordert, sich anhand der verbliebenen Ruinen und Überbleibsel eine Vorstellung vom Saida des Altertums zu machen.

Das Saida von heute, die größte Stadt im Süden des Libanon, präsentiert sich als eine geschäftige Handelsstadt mit einer angenehmen konservativen Atmosphäre. Seit der Perserzeit galt Saida als die Stadt der Gärten, und selbst heute noch ist Saida von Orangen- und Zitronenhainen sowie Bananenplantagen umgeben.
Die ältesten Spuren der Besiedlung gehen bis ins 4. Jahrtausend v.Chr. zurück, und wahrscheinlich reichen die Anfänge bis in die Steinzeit (6000-4000 v.Chr.). Die Stadt wurde auf einem Vorgebirge gegenüber einer Insel gebaut, die den Schiffen im Hafen Schutz vor Stürmen bot und auch als Zufluchtsort bei militärischen Invasionen vom Landesinneren her diente.
Aber erst im 14.Jhdt.v.Chr. wird Saida in den Texten von El-Almarna erstmalig erwähnt.
Einige Jahrhunderte später wird es gezwungen, den Assyrern Tribut zu zahlen. Mit Ägypten und den Städten der Ägäis unterhielt Saida intensive Handelsbeziehungen. In Reichtum, Handel und religiöser Bedeutung muss Saida alle anderen phönizischen Stadtstaaten übertroffen haben.
Saidas phönizische Epoche begann im 12.-10.Jhdt.v.Chr und erreichte ihren Höhepunkt in der Zeit des persischen Reiches (550-330 v.Chr.). Die Stadt leistete mit Schiffen und Seeleuten der persischen Landmacht wertvolle Hilfe im Kampf gegen die Ägypter und die Griechen, was die Stellung der Könige von Saida stärkte und die Perser bewog, in Saida einen königlichen Garten anzulegen. Und es war auch in dieser Zeit, dass der Tempel von Eshmun errichtet wurde.
Die Erzeugung von Glas und des Purpurfarbstoffes waren in der phönizischen Zeit die bedeutendsten Wirtschaftszweige. Der aus den Murexmuscheln gewonnene Farbstoff war so kostbar, dass er als Symbol der königlichen Würde angesehen wurde. Wie die anderen phönizischen Staaten wurde auch Saida das Opfer verschiedener, aufeinander folgender Eroberer. Am Ende der persischen Ära vermochte die Stadt 351 v. Chr. dem Ansturm des persischen Herrschers Artaxerxes III, der auch Ägypten eroberte, nicht zu widerstehen. Die verzweifelten Sidonier schlossen sich in der Stadt ein und zündeten sie an. Bei dem verheerenden Brand kamen mehr als 40.000 Menschen ums Leben. Die so geschwächte Stadt leistete dem Triumphzug Alexanders des Großen 333 v.Chr. keinen Widerstand, und damit begann Saidas hellenistische Zeit.
Unter den Nachfolgern Alexanders erfreute sich Saida, die heilige Stadt der Phönizier, ziemlicher Freiheit und veranstaltete Spiele und Wettkämpfe, an denen die besten Athleten der Region teilnahmen.
Als Saida wie die anderen phönizischen Städte unter römische Herrschaft geriet, durfte es weiterhin seine eigenen Silbermünzen prägen. Die Römer ihrerseits bauten ein Theater und errichteten andere größere Denkmäler in der Stadt. In der byzantinischen Zeit verwüstete 551 v.Chr. ein großes Erdbeben die meisten phönizischen Städte, und die berühmte römische Rechtsschule aus Beirut fand Zuflucht in dem offensichtlich weniger betroffenen Saida. Im Jahr 636 eroberten die islamischen Truppen die Stadt.
1111, fast fünf Jahrhunderte später, nahmen die Kreuzritter unter dem Grafen Balduin, dem späteren König von Jerusalem, die Stadt ein. Sie war unter den "Franken" der Hauptort der Grafschaft Sagette, einer der vier Grafschaften des Königreiches Jerusalem.
1187 verloren die Kreuzritter Saida an Saladin, eroberten es aber zehn Jahre später, 1197, zurück und behielten es bis 1291, als die Mameluken ihnen die Stadt für immer abnahmen.
Im 15.Jhdt. war Saida einer der Häfen von Damaskus und erlebte während des 17.Jhdts eine erneute Blütezeit, als es der damalige Herrscher des Libanon, der Drusenfürst Fachreddin II (1572-1635), förderte und die Christen unter seinen Schutz nahm. Vor allem französische Kaufleute trieben einen lebhaften Handel mit Libanon und Syrien, bis sie 1791 aus der Stadt vertrieben wurden. 1837 richtete ein starkes, Erdbeben große Schäden an.
1840 wurde es im Verlauf kriegerischer Unruhen in der Region von einer englischen Flotte beschossen.
Danach führte es bis ins 20.Jahrhundert hinein eine relativ unscheinbare Existenz, entwickelte sich dann aber zu einem wichtigen Mittelpunkt von Handel und Landwirtschaft.

Französische Archäologen unter der Leitung von Ernest Renan führten die ersten wirklich wissenschaftlich Grabungen in der Stadt aus und legten die große Nekropole Magharat Ablun frei.
Zuvor war jedoch schon 1855 im Südosten der Stadt der heute im Louvre in Paris zu sehende Sarkophag des Königs Eshmunasar entdeckt worden.
1937 fand man in verschiedenen Gebirgsortschaften oberhalb von Saida Gräber aus der Mittleren Bronzezeit, und eine Reihe von systematischen Erforschungen wurden in und bei Saida vorgenommen.
Heute erreicht man Saida von Norden her über eine breite, von Palmen gesäumte Autobahn.
Und sogleich erblickt man das Seekastell aus der Kreuzfahrerzeit und die modernen Hafeneinrichtungen.
Die Hauptstrasse ist voller kleiner Geschäfte, einschließlich der Konditoreien, in denen die Süßigkeiten in kleinen Pyramiden angeordnet sind.

Saidas Süßigkeiten sind verdientermaßen berühmt, und man kann sich in den Konditoreien und in den Souks ansehen, wie sie zubereitet werden. Zu den örtlichen Spezialitäten gehören "senioura", ein köstliches Gebäck, "Halawiyat" mit Mandeln und Pistazien verziertes Gebäck, und Jazarieh, ein Konfekt aus Kürbis, Rosenwasser und Zuckersirup.
Saida, Libanons drittgrößte Stadt und Sitz der Regierung von Südlibanon, ist Handels- und Finanzzentrum. Vor dem Krieg in Libanon war es ein Endpunkt einer Erdölleitung, heute fallen die gewaltigen Vorrattanks für Erdöl auf.
Die Altstadt im heutigen Saida hat sich seit der Kreuzfahrerzeit entwickelt und bietet mit ihren Souks, Karawansereien und mittelalterlichen Ruinen dem Besucher eine Fülle von Eindrücken.


Das an der Seeseite der Altstadt gelegene Seekastell wurde 1228 von den Kreuzfahrern errichtet, als sie den (dann doch nicht stattgefundenen) Besuch des Kaisers Friedrich II. von Hohenstaufen erwarteten. Aber bis 1291 wurde weiter am Kastell gebaut.
Die mit dem Land durch eine Art von steinernem Brückensteg verbundene Festung lohnt wegen des weiten Ausblicks auf den Hafen, die Altstadt und die Berge eine Besteigung.
Antike Säulen wurden wieder verwendet, um den Mauern eine größere Widerstandsfähigkeit zu verleihen.
Der westliche Turm ist der besser erhaltene. Die Mameluken schleiften nach dem Abzug der Kreuzfahrer das Seekastell und auch andere Seefestungen, um zu verhindern, dass die Kreuzritter an der Küste wieder Fuß fassen könnten.

Gleich beim Seekastell ist das
staatliche Rasthaus, das auf einer Uferterrasse in einem restaurierten mittelalterlichen Gebäude mit Deckengewölben untergebracht ist, bietet gutes Essen und ist täglich von 9 Uhr morgens bis 2 Uhr nachts geöffnet.

Die Souks
befinden sich in der Altstadt, die sich zwischen der Seefestung und dem Ludwig-Kastell erstreckt. Sie haben ihren malerischen, mittelalterlichen Charakter bewahrt sowohl im Bezug auf die praktizierten Metiers als auch auf die hohen Gewölbe. Hier findet man die Liebhaber der Narghile, Wasserpfeife, und des türkischen Kaffees. Und am Markt beim Hafen verkaufen die Fischer ihren letzten Fang.

Khan el-Franj
"Karawanserei der Franzosen" ist das besterhaltene islamische Denkmal in Saida. Emir Fachreddin soll es zusammen mit anderen Karawansereien zu Beginn des 17. Jhdts. erbaut haben, um die Kaufleute und die Waren aufzunehmen. Der Khan im Nordwesten
der A1tstadt und nahe dem Hafen gelegen, wurde an die Franzosen verpachtet und kam so zu seinem Namen.
Der Baukomplex besteht aus der großen und der kleinen Karawanserei und dem Konsulatsgebäude mit der Lateinischen Kapelle. Der große Khan har in seiner Mitte einen großen Hof mit einem Springbrunnen. Der Hof ist auf allen vier Seiten von Säulengängen und Räumen umgeben. Von den zwei Stockwerken dient der untere dazu, die Waren zu speichern und die Tiere unterzubringen,
während der obere die Kaufleute und Reisenden beherbergte. Der Khan ist französisches Eigentum, wie eine Marmortafel am Eingang bestätigt.
In der osmanischen Zeit residierte hier der französische Konsul. Später wurde er einem Kloster als Schule zur Verfügung gestellt. Die Hariri Stiftung hat inzwischen die große Karawanserei von der französischen Regierung gepachtet und restauriert sie. Die Anlage soll als Ausstellungs- und Kulturzentrum dienen.
Das Konsulatshaus wird gegenwärtig von der National School of' Saida genutzt, während der kleine Khan von mehreren Familien bewohnt wird. Die Lateinische Kapelle ist einstweilen der Maronitischen Kirchengutstiftung übertragen worden und wird zur Zeit restauriert.


Die Große Moschee
Südlich des Souks liegt auf dem Weg zum Ludwig - Kastell die Große Moschee, ursprünglich die Johannes- Kirche der Barmherzigen Brüder aus dem 13.Jhdt. Die aus der Kreuzritterzeit stammende Anlage mit ihrem festungsartigen Charakter bietet noch heute von der Seeseite her einen imposanten Anblick.

Qalaat EI Muizz, das Ludwigskastell
Die Ludwigsburg wurde während des Kreuzzugs ( 1248-1254) unter der Führung von König Ludwig dem Heiligen auf der Ruine einer Festung des Fatimidenherrschers Al Muizz aus dem 10. Jhdt. erbaut. Der heutige Zustand der Burgruine lässt die verschiedenen Stadien der Restaurierung durch die Mameluken und durch Emir Fachreddin zu Beginn des 17.Jhdts. erkennen. Zu Füßen des Ruinenhügels liegt eine größere Zahl von römischen Säulen auf dem Boden verstreut.

Murex Hügel
Im Süden der Zitadelle ist ein 100 m langer und 50 m hoher Hügel zu sehen, der aus den gehäuften Abfällen der Purpurfarbenproduktion in der phönizischen Zeit entstanden ist. Mosaiksteine, die auf dem Hügel gefunden wurden, lassen vermuten, dass die Römer hier Gebäude errichtet haben, wo sich heute moderne Häuser und ein Friedhof befinden. ­Reste von Murexmuschelschalen sind noch am unteren Teil des heute fast unzugänglichen Hügels zu sehen.

Die alten Häfen
Der antike " Ägyptische Hafen ", der südliche, Richtung Ägypten orientierte Hafen, befindet sich gegenüber dem Ludwigskastell und dem Murex Hügel. Der in der phönizischen Zeit sehr aktive Hafen ist im Laufe der Jahrhunderte verschlammt.
Das nördliche Hafenbecken dient nur dem örtlichen Fischfang, denn Fachreddin ließ ihn im 17.Jhdt. auffüllen, um der türkischen Flotte die Einfahrt zu verwehren. Die heute noch sichtbaren Reste des Hafens gehen auf die römische Zeit zurück.


Die Nekropolen von Saida
Die drei bedeutendsten Nekropolen von Saida liegen außerhalb der antiken Stadtgrenzen und wurden bis in die späte römische und frühe christliche Ära benutzt: die Nekropole von Maghara Ablun, Fundort des Sarkophags von Eschmunazar (jetzt im Louvre in Paris), und die königliche Nekropole von Aya unterhalb des heutigen Dorfes Helalie, Fundort u.a. des Sarkophags der Klagenden Frauen und (jetzt im Museum in Istanbul) die Nekropole von Ain el-Helwe im Südwesten der Stadt, Fundort der berühmten anthropoiden Sarkophage (jetzt im Nationalmuseum Beirut). Da diese Totenstädte in Wohngebieten liegen, werden hier keine Ausgrabungen mehr unternommen.
Ein südlich der Stadt gelegener Friedhof, bekannt als Dekerman wurde bis in unser Jahrhundert hinein benützt und ist eine nicht unbedeutende archäologische Stätte mit einer umfangreichen Säumung von Fundgegenständen, meistens Sarkophage, Gräber, Fragmente, Inschriften und Skulpturen.
Auch Rundbaufundamente aus der Jungsteinzeit (ca.4000 v.Chr.) wurden hier festgestellt.


Quellenangabe:
© "Libanon - Saida" Broschüre des Libanesischen Ministerium für Tourismus

trans
trans
trans
trans
new
trans
arabica-reisen
mit der LTU
Düsseldorf - Beirut
Düsseldorf
trans
( Aktuelle Angebote)
trans
DSL, Internet,
Handys, uvm.
trans
   handmade!
trans
transtranstrans